Die Sprache des Körpers im Volksmund
12. Juli 2015Vom Glauben zum Wissen
12. Juli 2015Der Mensch ist ein aufrechtes Wesen
Uns Menschen unterscheidet vom Tier, dass wir aufrecht stehen können und es uns möglich ist, uns in den Raum zu bewegen. Körperlich und auch vom Bewusstsein her !
Was aber bedeutet “aufrecht sein”, “sich aufzurichten” und einen “geraden Standpunkt” zu vertreten ? Wie hängt “aufrecht” mit “aufrichtig” zusammen ?
Die Tierwelt – sofern sie nicht schon sehr durch den Menschen geprägt ist – handelt nach dem Instinkt des Überlebens: Fressen und sich fortpflanzen. Es ist das Prinzip der Natur ! Auch wir Menschen sind diesem “Überlebensprinzip” unterworfen – allerdings können wir durch unser Bewusstsein bestimmte Dinge mit Gefühl und Verstand lenken und beeinflussen. Wir agieren und reagieren auf unsere ganz persönliche Art und Weise … so, wie wir es durch unsere Erziehung, durch die Einflüsse unserer Umwelt und aus eigenen Erfahrungen gelernt haben. Jeder von uns wird mit einem bestimmten Problem anders umgehen. Wir erleben es so, wie es in uns erfahren wurde und wir es im Innern abgespeichert haben.
Warum ist es so schwer für uns, ohne Aggression und Neid zu leben ?
Vier Faktoren will ich anführen:
1. Wir leben in einer Zeit, wo Dinge möglich geworden sind, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren: Wir haben bei uns in Europa keinen Krieg, sind im Prinzip finanziell unabhängig, dürfen unsere Meinung kundtun und können uns ziemlich frei bewegen. Aber kann auch jeder mit dieser – noch ungewohnt neuen – Freiheit umgehen ?
2. Neid entsteht, weil ich das auch haben möchte, was der Nachbar hat. Doch mache ich mir Gedanken, welchen Aufwand und welches Risiko dieser oft über Jahre hinweg eingehen musste, damit er heute da stehen kann ? Bin ich auch bereit, vor allem auf Freizeit zu verzichten und in Fortbildungen zu investieren – sowohl Zeit als auch Geld ?
Wir begrenzen uns, wenn wir verbissen die Fußstapfen des andern benutzen anstatt unser eigenes Charisma zu suchen und zu leben.
3. Wer hat “Schuld” an meiner Misere und an meinem Zustand ? Wir projektieren nach außen anstatt in uns hinein zu schauen. Dabei sollten wir als Menschen doch wissen, dass wir im Außen nur erkennen können, was zuvor schon in uns ist. Nicht umgekehrt ! Das Problem dabei ist allerdings: Wir haben nicht gelernt, mit unseren Gefühlen umzugehen und zu arbeiten. Im Gegenteil – den meisten von uns sind die Gefühle eher im Weg oder sie dienen dazu, unser Nichtaufgearbeitetes durch Wut, Verzweiflung, Depression, Neid, Hass und ( Sehn-)Süchte zu artikulieren.
4. Der Mensch fühlt sich von Natur aus ungeliebt und tut sich schwer, Liebe nicht nur als Sex, sondern in sich wertfrei zu erleben.
Was wäre, wenn …
… wir Menschen plötzlich begreifen, dass alles in uns selber liegt ? Wir sehen in der Aggression des Gegenüber dessen Hilflosigkeit und brauchen nicht mehr mit Gegendruck reagieren. Wir spüren, dass die gesamte Umwelt unser persönlicher Spiegel und Ratgeber ist auf dem Weg zu unserer eigenen Erkenntnis. Und wir wissen nun, dass der “Liebe Gott” weder unbekannt weit hinter den Wolken noch irgendwo eingesperrt im Tabernakel wohnt, sondern in unseren eigenen Herzen !
Was ist das doch für eine wunderbare Revolution ! Jetzt braucht keiner mehr dem andern etwas wegnehmen und neiden – im Gegenteil: Wir werden bestrebt sein, unser Gegenüber anzuschauen, von ihm zu lernen, ihm zu dienen und ihm eine Freude zu machen. Jeder darf so sein, wie er ist und wie er eigentlich schon immer sein wollte: Wir dürfen die Wahrheit sein und leben !
Wir brauchen nicht mehr diese immense Energie aufbringen, um zu verheimlichen und uns zum Selbstschutz abzugrenzen.
Ja, das ist neu für uns – und so einfach es klingt, so schwierig ist es, so zu leben. Wir erfüllen damit das Naturgesetz, allerdings aus einer völlig neuen Haltung heraus. Nicht durch Kampf und Vernichten des Gegners kommen wir weiter, sondern durch das Verstehen unserer eigenen Problematik, die sich durch unsere Gefühle äußert und uns als Spiegel im Gegenüber begegnet.
Ich denke und fühle – also bin ich..
“Aufrichtig – Sein – Dürfen”
3 Worte, wobei jedes für sich Essenz ist. Sie münden in dem Bewusstsein, dass ich Schöpfer und Geschöpf in einem bin. Schüler und Lehrer. Dass ich bin.
Ich weiß, für manche ist es eine Anmaßung, so zu sprechen. Sie meinen, so zu reden sei überheblich oder sogar eine Gotteslästerung. Gott ist allmächtig und er wird den untergebenen Menschen strafen, der sich ihm gleich setzen will. So war es schon einmal ! – Warum denken wir immer noch alttestamentarisch ? Wo uns doch JESUS selbst als Gotteskinder bezeichnet. Er verspricht uns sogar, dass wir noch größere Werke tun werden als er getan hat. ( NT Joh. 14.12 ) Dürfen und wollen wir das annehmen ?
Überhaupt geht es viel um das müssen – sollen – dürfen. Wer bestimmt diese Qualität ? Wir haben alle den freien Willen, uns täglich neu zu entscheiden !
Eigenverantwortung
Viele von uns regen sich jeden Tag auf, dass die Arbeit, die sie tun MÜSSEN, nicht der ihren entspricht. Aber wie wenige von denen sind bereit, aus sich heraus eine Änderung herbei zu führen. Viel lieber geben sie die Entscheidung ab … an den Vorgesetzten, den Partner oder an das Schicksal. Damit sind sie aus dem Schneider … meinen sie. 1000 Ausreden fallen uns ein, 1000 Gründe, um nicht selber eine Entscheidung fällen zu MÜSSEN.
Wir kommen schneller weiter, wenn wir Eigenverantwortung übernehmen, wenn wir uns darauf besinnen, dass wir alle Menschen sind – mit einem freien Willen und mit Entschlossenheit geimpft. Ich MUSS nicht ein Leben lang als Hausfrau Herd und Mann dienen und ich MUSS nicht jeden Tag stundenlang am Tresen stehen, wenn es mir keine Freude macht ! Allerdings: Eine Veränderung aus eigener Kraft zu erwirken, bedeutet auch, dass ich Altes und somit Gewohntes loslasse. Ich nehme einen Verlust mit all seinen Konsequenzen in Kauf, ich riskiere etwas. Und ich SOLL auch damit rechnen, dass ich nicht sofort bekomme, was ich eigentlich haben möchte. Das Leben prüft , wie ernst ich die Veränderung meine ! Erst bleibt ein Vakuum zurück … das Alte habe ich losge-lassen und das Neue ist noch nicht da. Vor diesem Zustand haben wir berechtigte Angst, weil wir das Urvertrauen verloren haben ( oft durch einen Schock in der Kindheit ) oder dieses tief verschüttet ist.
Es ist auch unsere Trägheit und die Angst vor der Veränderung, die uns oft bei dem bleiben lässt, was wir kennen. Es ist einfacher für uns, im gewohnten Schmerz zu verharren, als uns auf das neue Abenteuer Liebe einzulassen. Ich könnte ja wieder verletzt werden oder es könnte da was ganz Neues auf mich zukommen. Es ist wohl die Angst vor der unbegrenzten Fülle – dass ich das alles mit meinem Verstand nimmer fassen kann. Oh, lieber begrenzt bleiben …
Schade, denn diese Erfahrung nicht zulassen, ist, wie den kleinen Tümpel nicht verlassen wollen, weil ich Angst habe vor dem großen unbekannten See.
Die ungeteilte Energie leben
Eigentlich wissen wir es. Wir haben das schlechte Gewissen, wenn wir bewusst gegen unser eigenes Herz handeln. Doch das wird schon wieder verfliegen … oder ?
Aus dem Herzen heraus leben – mit Freude und aus Dankbarkeit zum Leben – heißt: Ich prüfe über mein Bauchgefühl. Anfangs … jede Aktion. Wenn ich diesen Pfad weitergehe … jeden Tag Schritt für Schritt, wird sich dieses Herzensgefühl in mir verselbständigen. Es entsteht eine Sicherheit. Ja, aus Glauben wird Wissen !
Ich DARF aus dem Herzen heraus leben ! Das ist ehrliche Aufrichtigkeit, das ist Mensch sein !
Was wird sich im Leben nun ändern ? – Glaubt mir, es wird nicht einfacher. Ihr werdet plötzlich in eine Fülle hineinblicken, die erst mal für Euch völlig ungewohnt ist und Euch wohl auch anfangs überfordern wird. Bleibt bei Euch, lasst Euch nicht von einem Leben, das Ihr noch nicht ganz verkraftet, hinreißen ! Überfordert Euch anfangs nicht.
Das Leben ist nie gegen uns, es ist immer auf unserer Seite, davon können wir gewiss überzeugt sein. Und: Es will uns jederzeit helfen – bitten wir darum !
Jeder von uns ist einzigartig in der Schöpfung, machen wir uns das jeden Augenblick neu bewusst !
Ja: Wir sind tatsächlich ein wahres Kind Gottes – mit allen lebendigen Fähigkeiten !
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